Effektiver Jahreszins
Der Zins, der alle Kosten einschließt — die ehrliche Vergleichsgröße zwischen Krediten.
Einfach erklärt
Der Sollzins sagt nur, was die Bank für das geliehene Geld verlangt. Der effektive Jahreszins sagt, was der Kredit insgesamt kostet — inklusive Bearbeitungsgebühren, dem Zeitpunkt der Raten und einer Pflicht-Restschuldversicherung. Deshalb ist er die einzige Zahl, mit der Sie zwei Angebote wirklich vergleichen können: Ein Kredit mit 3,0 % Sollzins und hohen Gebühren kann teurer sein als einer mit 3,3 % ohne Gebühren.
Im Detail
Der effektive Jahreszins ist der interne Zinsfuß der Zahlungsreihe: der Zinssatz, bei dem der Barwert aller Zahlungen (Auszahlung, Raten, Gebühren, Restzahlung) genau null ergibt. Die Berechnungsformel steht in der Anlage zu § 16 PAngV 2022; das Ergebnis ist auf zwei Dezimalstellen anzugeben. Weil sich die Gleichung nicht nach dem Zins auflösen lässt, wird sie numerisch gelöst (Newton-Verfahren mit Bisektions-Rückfall). Anders als der Sollzins berücksichtigt er, WANN gezahlt wird — eine Gebühr zu Beginn wirkt stärker als dieselbe Summe am Ende.
Rechenbeispiel
10.000 € Kredit, 11.000 € Rückzahlung nach einem Jahr: 10,00 % effektiv. Behält die Bank 100 € Bearbeitungsgebühr direkt ein, werden nur 9.900 € ausgezahlt — bei gleicher Rückzahlung steigt der Effektivzins auf 11,11 %, obwohl der Sollzins unverändert aussieht. Genau diese Differenz macht der Effektivzins sichtbar.
Kurzformel
Iterative Lösung der Barwertgleichung über die tatsächliche Zahlungsreihe, keine Näherung. Gebühren und Disagio fließen ein.
Rechtsgrundlage: § 16 PAngV und die Anlage zu § 16 · Stand 2026