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Finanzrechner
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Entnahmephase

Die Zeit, in der aus einem angesparten Kapital regelmäßig Geld entnommen wird — und die Frage, wie lange es reicht.

Einfach erklärt

Beim Sparen wächst das Kapital, beim Entnehmen schrumpft es — aber nicht so schnell, wie man denkt, denn der Rest wirft weiter Zinsen ab. Entscheidend ist das Verhältnis: Liegt die monatliche Entnahme unter den Zinsen, bleibt das Kapital erhalten. Liegt sie darüber, zehrt sie am Bestand, und irgendwann ist er leer. Ein wichtiger Punkt wird oft vergessen: Eine feste Entnahme verliert über zwanzig Jahre deutlich an Kaufkraft. Wer real gleich viel haben will, muss die Entnahme jährlich anheben — und dann hält das Kapital kürzer.

Im Detail

Gerechnet wird nachschüssig: In jedem Monat wird zunächst der Kapitalbestand verzinst (Jahreszins geteilt durch zwölf), dann die Entnahme abgezogen. Übersteigen die Zinsen die Entnahme, wächst das Kapital trotz Entnahme weiter — dieser Fall wird als dauerhaft tragfähig ausgewiesen. Zwei Risiken bildet eine solche Rechnung nicht ab: das Sequenzrisiko (schwache Jahre am Anfang der Entnahme wirken viel stärker als am Ende, weil dann noch das ganze Kapital betroffen ist) und die Steuer — bei einer Entnahme aus einem Depot fällt auf den Gewinnanteil Abgeltungsteuer an, die Entnahme brutto muss also höher sein als der gewünschte Nettobetrag.

Rechenbeispiel

120.000 € Kapital, 1.000 € Entnahme im Monat: Ohne Zinsen reicht das genau 120 Monate, also zehn Jahre. Bei 4 % Zinsen sind es 153 Monate mit voller Entnahme, also 12 Jahre und 9 Monate, und danach noch eine Restzahlung von 503,37 € — die Zinsen schenken knapp drei Jahre. Bei 500.000 € Kapital und 1.000 € Entnahme tragen die Zinsen die Entnahme vollständig: Der Bestand wird nicht angetastet.

Kurzformel

Je Monat erst verzinsen, dann entnehmen; das Kapital sinkt, solange die Entnahme größer ist als die Zinsen.

Wird verwendet in

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