Anfänglicher Tilgungssatz
Der Anteil der Darlehenssumme, der im ersten Jahr getilgt wird — bestimmt zusammen mit dem Sollzins die Rate.
Einfach erklärt
Der Tilgungssatz sagt, wie viel von der Schuld Sie im ersten Jahr zurückzahlen. Er ist der Hebel, den Sie wirklich in der Hand haben: Der Zins kommt von der Bank, die Tilgung bestimmen Sie. Ein Prozentpunkt mehr Tilgung kostet spürbar mehr Rate — verkürzt die Laufzeit aber um Jahre und spart am Ende weit mehr Zinsen, als die höhere Rate kostet.
Im Detail
Der anfängliche Tilgungssatz ist keine gesetzliche Größe, sondern banküblich: Er gibt an, welcher Anteil der Darlehenssumme im ersten Jahr getilgt wird, und legt damit zusammen mit dem Sollzins die Annuität fest. Die Rate ergibt sich als Darlehen × (Sollzins + Tilgungssatz) ÷ Zahlungen pro Jahr und bleibt dann konstant. Innerhalb dieser Rate verschiebt sich das Verhältnis: Der Zinsanteil sinkt mit der Restschuld, der Tilgungsanteil wächst um denselben Betrag. Deshalb wirkt eine Erhöhung des Tilgungssatzes überproportional — sie verkürzt vor allem die zinsintensiven späten Jahre. Bei niedrigem Sollzins ist ein Satz von 1 % ein Warnzeichen: Die Laufzeit reicht dann leicht über vierzig Jahre.
Rechenbeispiel
250.000 € zu 3,75 %, monatlich: Mit 2 % Anfangstilgung beträgt die Rate 1.197,92 €, die Laufzeit 339 Raten, und nach zehn Jahren Zinsbindung stehen noch 189.447,36 € offen. Mit 3 % steigt die Rate auf 1.406,25 € — 208,33 € mehr —, die Laufzeit fällt auf 260 Raten, und die Restschuld nach zehn Jahren liegt bei 159.171,85 €. Rund 200 € mehr im Monat verkürzen die Laufzeit also um mehr als sechs Jahre.
Kurzformel
Rate = Darlehen × (Sollzins + Tilgungssatz) ÷ Zahlungen pro Jahr. Mit der Zeit steigt der Tilgungsanteil.
Rechtsgrundlage: banküblich, keine gesetzliche Definition · Stand 2026